Ein Garten entsteht
Pflanzenwahl und Anlage des Gartens
Aus dem grossen Sortiment der Baumschulen
und Gartencenter können die Pflanzen für den eigenen
Garten ausgewählt werden. Dabei und bei der späteren
Bepflanzung des Gartens lohnt sich ein systematisches Vorgehen.
Zunächst
ist es unerlässlich, das zukünftige Wachstum der
Pflanzen zu berücksichtigen. Jede Pflanze wird im Garten
weiter wachsen. In ihrer ausgewachsenen Form erreicht sie
eine gewisse Höhe und Breite. Es lohnt sich deshalb,
bei der Planung eines Gartens Höhenangaben, wie sie
Katalogen zu finden sind, zu berücksichtigen.
Bei der Wahl der Pflanzen sind die Proportionen
eines Gartens zu berücksichtigen. Übertrieben
gesagt, gehört eine grosse Buche nicht in einen kleinen
Vorgarten, eine Zwergkonifere nicht in eine weite Rasenfläche.
Zu beachten sind auch die gesetzlichen Pflanzabstände.
Sie sind kantonal geregelt und können bei den lokalen
Behörden erfragt werden.
Dann werden die grossen Linien vorgegeben
und die grossen Solitäre ausgewählt und zumindest
gedanklich im Garten plaziert. Solitäre sind Pflanzen,
die durch ihre Grösse, ihre Form, ihre Blütenpracht
oder ihr Blätterkleid besonders zu Geltung kommen und
im Garten einen unübersehbaren Akzent setzen. Wird
ihnen ein besonders prominenter Standort eingeräumt,
können sie so zum eigentlichen ‘Hausbaum’
werden, der auch als Symbol für ein wichtiges familiäres
Ereignis stehen kann. Zu den Solitären gehören
namentlich auch die als Hochstämme gezogenen Allee-
und Zierbäume.
Dann
werden die weiteren Ziersträucher und Koniferen im
Garten plaziert, entweder einzeln oder auch in Gruppen.
Sie nehmen gleichsam die Stellung von Gehölzen zweiter
Ordnung ein. Sie markieren spezielle Stellen im Garten,
können Linien betonen oder bilden den Hintergrund für
die späteren Beetpflanzungen mit noch kleineren Gehölzen
beziehungsweise mit Rosen und Stauden. Bei der Wahl der
Ziersträucher können der Blütezeitpunkt,
eine spezielle Blattfarbe oder eine besondere Herbstfärbung
die Wahl beeinflussen.
Ziersträucher können im Garten
die Funktion eines Sichtschutzes übernehmen. Wir unterscheiden
zwischen lockerer und geschnittener Hecke. Für die
geschnittenen Hecken besonders geeignet sind spezielle Heckenpflanzen
wie Hainbuchen (Carpinus betulus), Buchs (Buxus sempervirens)
oder Eibe (Taxus baccata). Die immergrünen Arten schützen
auch im Winter vor unerwünschten Blicken. Für
lockere Hecken steht die grosse Palette von Ziersträuchern
wie Forsythien, Weigelien (Weigela), Alpenjohannisbeeren
(Ribes alpinum) u.s.w. zur Verfügung.
Grössere Flächen, Böschungen
und dergleichen die möglichst wenig Pflege beanspruchen
sollen, werden mit Bodendeckern - Gehölze, Stauden
oder bodenbedeckende Rosen - bepflanzt. Sträucher für
sogenannte Unterpflanzungen nehmen eine Zwischenstellung
zwischen Bodendeckern und Ziersträuchern ein. Sie können
in Gruppen gepflanzt werden, sind schattenverträglich
und dienen vor allem der Begrünung von Flächen
unter grösseren Bäumen. Für Unterpflanzungen
verwendbar sind nebst anderen Gehölzen die Mahonien
(Mahonia), diverse Geissblatt-Arten (Lonicera), Buchs (Buxus)
oder Eiben (Taxus). Elfenblumen (Epimedium) und gewisse
Storchenschnäbel (Geranium) sind Stauden, die sich
für diesen Zweck eignen.
Am Schluss kommt die Bepflanzung von
Beeten, deren Lage allerdings von Anfang an bestimmt werden
sollte. Die Beete sind das Reich der Stauden und der Rosen.
Für Beetbepflanzungen besonders
geeignet sind bei den Rosen die Teehybriden mit ihren edlen
Blüten und die besonders reichblühenden Polyantha-
und Floribunda-Rosen.
Mit
Stauden sind im Gegensatz zur landläufigen Auffassung
keine Sträucher gemeint. Unter diesen Begriff werden
vielmehr jene Pflanzen zusammengefasst, die im Winter einziehen,
um im Frühjahr wieder aufs neue auszutreiben. Zu ihnen
gehören beispielsweise der Rittersporn (Delphinium),
die Lupine (Lupinus), die ausdauernden Astern und die meisten
Alpenpflanzen wie Enzian und Edelweiss. Die Auswahl von
Stauden, die sich für die Bepflanzung von Beeten eignen
ist schier endlos.
Was für den Garten als Ganzes gilt,
gilt im Beet im Kleinen. Schwachwüchsigere Gehölze,
Strauch- und Stammrosen oder Solitärstauden setzen
die Akzente. Stauden die gesellig gesetzt werden wollen,
schaffen die Verbindungen. Auch Zwiebelpflanzen wie Krokus,
Tulpen und Narzissen gehören in ein Beet. Bei einer
geschickten Pflanzenwahl blüht in einem Beet fast das
ganze Jahr über etwas. Der Garten wird zum Erlebnis.
An die Begrünung von Haus, Lauben,
Gartenzäunen und Mauern ist ebenfalls zu denken. Das
reiche Sortiment der Schling- und Kletterpflanzen von der
Akebie bis zur Glyzine (Wisteria) ist für diesen Zweck
bestimmt. Doch sollte man auch die Kletterrosen nicht ausser
acht lassen. Sie können beim Eingang zum Garten ranken
oder an einer Fassade herrlich zur Geltung kommen. Eine
nach Süden gerichtete Haus- oder Gartenmauer gibt auch
einen hervorragenden Standort für einen Spalierobstbaum
oder eine Weinrebe ab. Reben und Kiwi lassen sich auch an
Pergolen und Lauben emporziehen.
Wer
sich dazu entschlossen hat, einen Nutzgarten anzulegen,
wird Obstbäume und Beerensträucher pflanzen und
eventuell eine Fläche zur Anzucht von Gemüse freihalten.
Eine besondere Form des Nutzgartens stellt zudem der Kräutergarten
dar.
Eine spezielles Stück Garten ist
das Moorbeet. Es muss speziell eingeplant - am besten an
einer halbschattigen Lage - und angelegt werden. Die Rhododendren,
die Eriken, Callunen und all die andern Moorbeetpflanzen
verlangen einen sauren Boden, der bei uns, ausser im Tessin,
in der Regel nicht gegeben ist. Damit der Boden im Moorbeet
sauer ist, wird es vorwiegend mit Torf gefüllt.
Wie das Moorbeet ist auch ein Gartenteich,
oft Biotop genannt, besonders zu planen. Hier empfiehlt
es sich, bevor ans Werk gegangen wird, entsprechende Literatur
zu beschaffen und zu studieren.
Erste
Überlegungen
Pflanzenwahl
und Anlage des Gartens
Pflanzen
auf Balkon und Terrasse
Der
Wintergarten
Giftpflanzen
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